KUSI WENT TO CANADA von Markus Knörr
Ich lasse es mir nicht nehmen, hier meinen Erlebnisbericht von meinem Sprachaufenthalt in Vancouver niederzuschreiben. Nach etlichen Strapazen in meinem Leben ging es am 6. Mai los. Regeneration und gleichzeitig noch eine Sprache lernen, dass konnte nur gut gehen. Es kam der Tag des Abfluges mit British Airways von Zürich via London nach Vancouver. Mit einem etwas mulmigen Gefühl, der leichten Ungewissheit, nicht zu wissen, was mich erwartete, startete ich meine Reise. Spätestens beim Transport vom Flughafen zur Gastfamilie nach North Vancouver verlor ich alle Zweifel. Und erst recht, als die Türe aufging und mich ein sympathisches, kanadisches Ehepaar in Empfang nahm. Das Abenteuer Vancouver konnte beginnen. Und es wurde zur besten Zeit meines Lebens, wie Ihr im folgenden Bericht lesen werdet.

      Markus Knörr

Schule, Party, Prüfungen
Am Montag ging’s los. Das erste Mal nahm ich meinen Schulweg in Angriff. Das bedeutete: Mit dem Bus 10 Minuten Fahrt zur Seabus-Station und anschliessend mit diesem gigantischen Seabus eine Viertelstunde übers Hafenbecken zwischen North Vancouver und Downtown gondeln. Es war eindrücklich, der Skyline entgegen zu fahren, ein recht angenehmer Schulweg.

Mit ersten Bekanntschaften in der Schule und den Einstufungstests ging der erste Tag an der LSC im Fluge vorbei. Cool war’s, dass wir von Anfang an eine angenehme Truppe waren, die so einiges erlebte während der folgenden Monate. Einige Highlights werde ich nun zu Papier bringen.

Der erste Monat Schule mit einer Hammerklasse
Im ersten Monat Schule waren wir eine bunt gemischte Truppe von Chilenen, Mexikanern, Koreanern, Japanern, Brasilianern und Schweizern. Unsere Lehrerin - in Afrika geboren, in London aufgewachsen – lebte und unterrichtete seit einiger Zeit in Vancouver.

      Die Klasse 4.3 LSC

Viele abwechslungsreiche Stunden absolvierten wir im Zimmer 508. Dabei vertieften wir unser Englisch von Tag zu Tag immer mehr. Es wurde uns nie langweilig und wir hatten grossen Spass. Jeden Freitag absolvierten wir zwei Prüfungen, das hiess, 4 Grammatik-Tests, 2 Readings und zwei Listenings standen auf dem Programm. 75% mussten erreicht werden, um in den nächsten Level aufzusteigen.

Zu erwähnen ist, dass unsere Lehrerin jeden Tag Cookies (Guetzlis) mitbrachte für die Pause. Nebst den Cookies, die mir meine Homestaymutter jeden Tag frisch gebacken hatte, war ich also für die Pause immer reichlich mit Stärkung versorgt.

Seattle
Von der Schule wurden für uns Studenten reichliche Aktivitäten geboten, so auch ein Weekend in Seattle. Am Samstagmorgen fuhren wir mit dem Car Richtung Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wie allen sicher klar ist, verbrachten wir auf unserer Hinreise nach Seattle die meiste Zeit am Zoll. Das war eine aufreibende Angelegenheit. Schlussendlich konnten wir ohne Probleme durch und kamen nach 4 Stunden in Seattle an. In Seattle sind der Space Needle (Aussichtsturm) sowie auch das Musik-Museum erwähnenswert.

      Space Needle

      Das Musik-Museum, ein eindrückliches Gebäude

All diese Sehenswürdigkeiten besichtigten wir am Samstag im Laufe des Tages. Am Abend hatten wir dann in neun Clubs freien Eintritt. Eine grosse Gruppe liess sich das nicht entgehen und tauchte ins Nachtleben von Seattle ein. Es wurde eine gigantische Party mit viel Tanz, Gelächter, Flirts etc.

Am Sonntag gingen wir Downtown erkunden, und ein Besuch beim berühmten Fischmarkt von Seattle durfte natürlich nicht fehlen.

      Skyline von Seattle

      Fischmarkt

Es war lustig, den überaus motivierten Fischverkäufern beim Arbeiten zuzusehen. Dieser Fischmarkt ist ja für sein Marketing sowie auch die Mitarbeiterführung sehr berühmt. Und man spürt diesen Zusammenhalt und die Energie, die in diesen Leuten steckt.

So ging ein abenteuerliches Weekend zu Ende; es war einfach genial.

Grosse Pool-Party am 10. Juni
In unserer Gruppe hatten wir das Glück, einen Kollegen zu haben, der in Richmond, einem nahe gelegenen Stadtteil von Vancouver, bei seinem Onkel in der Villa leben durfte. Diese Villa war ein prächtiges Haus mit Pool. Ich, von Beruf als Souschef in der Küche tätig, kochte für exakt 30 Leute.

Hier ein paar eindrückliche Zahlen zu diesem Event:

6kg Rindsentrecote
50 Würste
8.5kg frisches Kartoffelgratin
5kg Zucchettigemüse (mit Champignons und Zwiebeln)
2kg Reis
4 grosse Schüsseln Salat

Bei prächtigem Sonnenschein und sehr guter Stimmung starteten wir um zwei Uhr nachmittags. Ich war schon ein bisschen früher da für die Vorbereitungen des Dinners. Es wurde einfach spitzenmässig: Plantschen im Pool, fein essen und Bier trinken. Grandios die Atmosphäre und einfach spitzenmässig die Leute. Ein sicher nicht alltägliches Erlebnis in Vancouver. Es war sicher eines der grossen Highlights im zweiten Monat.

      Mit Kollegen ...

      ... an der Pool-Party

WM-Fieber auch in Vancouver
Bei so einem multikulturellen Mix von Studenten packte uns natürlich auch das WM-Fieber. Aus Schweizer Sicht war der Südkorea-Match natürlich das absolute Nonplusultra. Die ersten beiden Spiele fanden wegen der Zeitverschiebung für uns am Morgen statt. Wir verpassten diese natürlich nicht. Der Match gegen Südkorea begann um 12.00Uhr mittags. Und wie in der Schweiz anschliessend war auch in Vancouver die Hölle los. Schon während des Spiels, das wir im Jester’s Pub direkt neben der Schule mitverfolgten, sangen, hüpften und feuerten wir unsere Nati-Helden an. Und nach dem ersten Tor, erst recht nach dem Sieg, gab’s kein Halten mehr. Wir zogen singend Richtung Englisch Bay beim Stanley Park und feierten bis spät in die Nacht. Hier noch zwei eindrückliche Bilder:

      Rot und Weiss waren die Farben im Pub

      Auch die Mexikaner waren an diesem Tag Schweizer

Ja, es war immer etwas los bei meinem Aufenthalt in Vancouver. Wie schon erwähnt hatte ich auch ein tolles Verhältnis zu meiner Gastfamilie. Begeistern konnte ich sie mit meinem Gala-Dinner für 10 Personen. Zwei Kollegen von der Schule plus die ganze Familie mit Freundinnen und Freund genossen ein typisch schweizerisches Gourmetessen.

Vancouver hat natürlich auch sehr viel zu bieten. So ist da zum Beispiel der Grouse Mountain mit herrlicher Sicht über die ganze Stadt. Der Stanley Park lädt einen regelrecht zum Verweilen ein; sobald man mittendrin ist, merkt man kaum, dass man eigentlich in einer Grossstadt ist, einfach herrlich! Auch auf dem Wasser waren wir; so mieteten wir zwei Motorboote, die wir selber steuerten, und fuhren vom Stanley Park aus einen lang gezogenen Wasserarm entlang. Prächtige Landschaftsbilder wurden uns bei diesem Trip geboten.

Leider ging die Zeit wie im Fluge vorbei und die drei Monate meines Sprachaufenthaltes waren zu Ende. Am 23. Juli landete ich gesund und um viele Erfahrungen reicher in Zürich. Eine grossartige Zeit ging zu Ende.

Ich bedanke mich hiermit bei Pro Linguis für die sehr gute Organisation.

Autor: Markus Knörr
Sprachaufenthalt: Mai bis Juli in Vanvouver, Kanada

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