A STRANGER IS A FRIEND THAT YOU JUST HAVEN’T MET von Anna Hug
Ein solches Sprichwort macht zwar Mut, dennoch konnte es meine Nervosität nicht ganz vertreiben, als ich im September zu meinem irischen Abenteuer nach Dublin aufbrach.

Zum einen war ich voller Vorfreude, da es mein Traum war, längere Zeit in Irland zu verbringen, seit ich 1997 das erste Mal einen Fuss auf die irische Insel gesetzt hatte. Nichtsdestotrotz war ich auch aufgeregt, denn ich wusste ja doch nicht so recht, was ich von Schule und Unterkunft zu erwarten hatte. Zudem war mir auch klar, dass Ferien in Irland und Leben in Irland zwei verschiedene Paar Stiefel sein dürften.

      Strasse in Dublin

In Dublin gelandet war ich erst einmal froh, dass der Pickup-Service funktionierte und ich heil in meinem Apartment ankam. Dieses überraschte mich dann auch gleich sehr positiv und ich hatte zum ersten Mal eine vage Vorstellung, wie das Leben in Dublin sein würde. Am Montag trat ich dann zu meiner ersten Proficiency Schulstunde im Language Center of Ireland an.

Der Eindruck, den ich von der Schule gewann, könnte tatsächlich besser gar nicht sein. Sie ist sehr gut organisiert und die Lehrer und Lehrerinnen sind ausgezeichnet ausgebildet. Wir bildeten mit fünf Studenten eine verhältnismässig kleine Klasse, was sich sehr zu unserem Vorteil entwickeln sollte. Das bedeutete nämlich, dass wir die bestmögliche Unterstützung unserer Lehrerin bekommen konnten. Sie scheute keine Mühen und Extraarbeit, sodass wir auch proficient speakers of English wurden. Es überrascht mich heute noch, wie viel wir in diesen vier Monaten lernten und wie nahe wir den native speakers kamen.

      Phoenix Park, Dublin

Auch die Atmosphäre an der Schule war sehr angenehm. Obwohl die Schule verglichen mit Schulen meiner früheren Sprachaufenthalte (Bournemouth, Florenz) sehr gross war, mangelte es ihr nicht an familiärem Charakter. Zur Illustration, welche andere Schule hat schon einen Direktor, der jeden Freitag in der Pause Schokolade verteilt und vor den Cambridgeprüfungen persönlich in die Klassen kommt, um den Studenten viel Glück zu wünschen? Das eingangs angeführte Sprichwort scheint in der Schule also definitiv seine Bestätigung gefunden zu haben…

      Meine neuen internationalen Freunde

Dublin bietet eine unglaubliche Fülle an Attraktionen und auch nach vier Monaten habe ich erst einen Bruchteil davon gesehen. Das Angebot an Museen umfasst alles von Gefängnissen über Literaturausstellungen bis hin zum viel gelobten Book of Kells. Falls jemand an irischer Braukunst interessiert ist, die Jameson Whiskey Distillery ist um ein Mehrfaches sehenswerter als das Guinness Storehouse. Aufgrund der reichen Literaturtradition verbrachten wir manchen Abend im Theater. Und wenn man nach einem anstrengenden Schultag im Kopf keinen Platz mehr für die hohen Künste hatte, setzte man sich einfach in ein Pub und genoss ein Pint und das Nichtstun (Tipp: Die Temple Bar ist nur etwas für Touristen!).

      Abend im Pub

Darüber hinaus dient Dublin auch als bequemer Ausgangspunkt für viele Ausflüge. Dies können Tagesausflüge in die umliegenden Landschaften der Dublin und Wicklow Mountains, zum alten Ganggrab von Newgrange oder in die prachtvollen Gärten von Powerscourt sein (viele dieser Touren werden auch von der Schule organisiert), aber auch mehrtägige Reisen nach Belfast, Galway, Cork oder in andere irische Städte und Regionen.

      Cliffs of Moher

Bei all diesen Aktivitäten bewahrheitet sich dann unser Sprichwort einmal mehr. In Dublin, ja in ganz Irland ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, keinen Kontakt zu Einheimischen zu finden. Es mögen zwar oft eher flüchtige und einmalige Kontakte sein, aber sie alle trugen dazu bei, dass ich heute mit Überzeugung sagen kann: „It was good craic, and Dublin is a grand place to live!“



Autorin: Anna Hug
Sprachaufenthalt: September bis Dezember in Dublin, Irland

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Weitere Bilder zu diesem Bericht
   
      Blick auf den Liffey

      Trinity College

      Having a blast



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