AUFBRUCH IN EIN UNBEKANNTES LAND von Adrian Würsch
Mit gemischten Gefühlen stand ich Ende September am Flughafen Kloten und machte mich auf einen 18-stündigen Flug nach Ecuador, ein Land, von dem ich bis dahin wenig bis gar nichts wusste. Die erste Station führte mich in die Hauptstadt Quito, wo ich auf andere Studenten der Estudio Internacional Sampere traf.

      Adrian Würsch

Nach einer ersten Kontaktaufnahme mit einem Studentenverantwortlichen in Quito machten wir uns auf zu einem gemeinsamen Stadtrundgang mit anschliessendem Nachtessen. Am nächsten Morgen ging es dann per Flug weiter nach Cuenca, unserem neuen Zuhause für die folgenden Wochen. In Cuenca angekommen wurden wir auch schon durch die Schulleitung und die ebenfalls anwesenden Gastfamilien begrüsst. Nach einer herzlichen Be-grüssung ging es schon bald in mein neues Heim zum gemeinsamen Nachtessen. Während des Essens überfiel mich meine Gastfamilie mit Fragen, die ich wegen meiner begrenzten Sprachkenntnisse nur mit "si“ oder "no“ beantworten konnte. So entstanden vor allem am Anfang viele lustige Situationen zuhause und auf der Strasse, da ich die Fragen überhaupt nicht verstand...

Am ersten Tag wurde ich von der "madre“ in die Schule gebracht, wo ich sofort den Einführungstest machte. Nach der Auswertung begann der erste Schultag mit meinen neuen Kollegen. In den ersten Stunden mussten wir uns noch viel mit Englisch behelfen, um aus Engpässen herauszukommen. Da wir nie mehr als fünf Personen in einer Klasse waren, konnten wir uns aber schon bald einen kleinen Wortschatz zulegen. Dabei half natürlich auch, dass die Familie nur Spanisch sprechen konnte; ich profitierte davon sehr.

     

Meine Klasse bestand anfänglich aus Studenten aus England, Irland, den USA und der Schweiz. Diese Zusammensetzung änderte aber schon nach zwei Wochen, da viele nur kurz in der Schule blieben und dann zum Reisen aufbrachen. So ergaben sich immer wieder neue Kontakte und wöchtentlich eine Abschluss- und Willkommensparty!

Die Schule selbst tat sehr viel, damit wir uns dort wohlfühlten. Es gab Vorlesungen, Museumsbesuche, Kochkurse und vieles mehr, das uns einen interessanten Einblick in die Kultur des Landes gab. Daneben gab es jeden Samstag einen geführten Ausflug an verschiedene Orte. Auf dem Programm standen einzigartige Wanderungen mit Pferden, zu verborgenen Wasserfällen oder zu den archäologisch einmaligen Städten von Ingapirca.

     

Nach 4 Wochen Schule entschlossen sich einige Studenten dazu, eine Woche Pause zu machen, um den Dschungel im Osten Ecuadors zu besuchen. Mit Hilfe der Schule buchten wir in einem örtlichen Reisebüro den Urwald-Trip. Was uns dort erwartete, übertraf unsere kühnsten Erwartungen. Die ausgedehnten Wanderungen mit Baden in Flüssen, Duschen unter Wasserfällen und vielen traumhaft schönen Stellen inmitten des riesigen Dschungels machten diese Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Nach 8 intensiven, erlebnisreichen Wochen mit Schulfreunden und meiner Gastfamilie kam die Zeit des Abschiednehmens von Cuenca und all dem mir nun bestens Vertrautem. Allein machte ich mich von Cuenca in Richtung Küste auf, um dort im Dezember bei Tagestemperaturen von 35 Grad Celsius zu baden. Danach entschied ich mich dafür, nach Peru weiter zu reisen, um dieses südlich gelegene Nachbarland zu erforschen. Die grandiosen Küsten und Berglandschaften entschädigten mich für die unzähligen Stunden auf holprigen Strassen.

     

Bald darauf kam aber die Zeit, der warmen Gegend und dem Charme des Landes Adios zu sagen und wieder in die kälteren Gefilde der Schweiz zurückzukehren. Eines ist jetzt schon klar: Dies war nicht mein letzter Aufenthalt in diesem wunderschönen Land. Ich freue mich schon jetzt auf den Sommer, wenn wir ehemaligen Schüler uns in der Schweiz treffen und in Erinnerungen schwelgen werden.

Hasta luego!

Autor: Adrian Würsch, 29 Jahre
Sprachaufenthalt: Oktober bis November in Cuenca, Ecuador
Freizeit: Fussball, Reisen, Ausgehen und Lesen

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